Sind die Ultras wirklich so böse?

Immer wieder gibt es Schlagzeilen über Ausschreitungen bei Fußballspielen. Spiele werden unterbrochen, teilweise sogar abgebrochen. Die Berichte über die Ultras häufen sich, allerdings sind diese ausschließlich negativ. Aber: Sind die Ultras wirklich so böse?

Das es große Meinungsverschiedenheiten zwischen dem DFB und den Ultras gibt, ist längst bekannt. Ich habe die drei größten Auslöser (persönliche Ansicht) einmal aufgelistet.

  1. Die Lage spitzte sich beim Ligaspiel zwischen dem Karlsruher SC und Dynamo Dresden zu. Die Gästefans traten unter dem Motto „Krieg dem DFB“ auf. Seither ist das Thema nicht mehr aus den Medien wegzudenken.
  2. Das Testspiel zwischen Hannover 96 und dem FC Burnley  wurde nach Ausschreitungen auf der Tribüne abgebrochen.
  3. Am vergangenem Montag stand das Pokalspiel zwischen Rostock und Berlin kurz vor dem Abbruch. Krawalle beider Fanlager waren der Auslöser.

Raketenschüsse auf gegnerische Ultras, Schlägereien im Stadion und ernsthafte(!) Gefährdung anderer Fans. Wenn sich der DFB bei diesen Verstößen querstellt, kann ich das nachvollziehen. Beispielsweise Leuchtraketen in andere Blöcke zu schießen, da ist auch für mich die Grenze erreicht.
Allerdings werden alle Aktionen der Ultras über einen Kamm geschert! Es egal ob es um eine Choreographie für den eigenen Verein geht oder um Schmähgesänge gegen den Rivalen. Sobald die Ultras mit einer Aktion auf sich aufmerksam machen, ist diese automatisch schlecht und wird durch die meisten Medien zusätzlich dramatisiert. Die Medien erzeugen den Eindruck, als wäre jedes Spiel eine Gefahr für die Stadionbesucher und als würden an jedem Bundesligawochenende mehrere Verletzte im Krankenhaus landen…
Zusätzlicher Brennpunkt: Alle Fans die in der Fankurve stehen sind automatisch Ultras. Nein, keine Ultras, sondern Hooligans bzw. Verbrecher. Es scheint so, als hätten die DFL, der DFB und diverse Medien keine Ahnung, wer „Ultras“ wirklich sind. Gewaltbereite Hooligans mit den Ultras, die den Verein bedingungslos unterstützen, gleichzustellen, ist für mich ein „No-Go“! Mittlerweile schließen sich auch immer mehr Vereinsführungen dem Motto “ Wir brauchen die Ultras nicht“ an. Ohne die Ultras wird die Fankultur aussterben.
Der DFB will nun auf die Ultras zugehen. Ein Verbot der Kollektivstrafe. Es bleibt abzuwarten, in wieweit  dies wirklich umgesetzt wird. Meiner Meinung nach sind es nur Floskeln, um vor dem heutigen Bundesligastart für Entlastung zu sorgen. Ich bezweifle jedoch stark, das es funktioniert.
Fazit: Wir sind nicht die Türkei, wo bei Derbys regelmäßig Messerstechereien stattfinden. In unseren Stadien gibt es keine Toten und so gut wie keine Verletzten. Die Aussage, dass Familien nicht mehr sicher ins Stadion können, ist eine bodenlose Frechheit. Es ist klar, dass so nach außen ein negatives Bild erzeugt wird und Personen, die nichts mit dem Fußball am Hut haben und sich nicht mit „der Szene“ beschäftigen, abgeschreckt werden.

 

 

2 Kommentare

    1. Das stimmt. Es gibt negative Entwicklungen, dennoch ist es nicht der Großteil der Fußballfans. Meiner Ansicht nach wird das aber leider so vermittelt. Schlägereien und Gewaltausbrüche kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen…

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